Wir verstehen die Welt als Gottes gute Schöpfung, setzen uns für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung bei uns und in der einen Welt ein.
Wir sind offen für Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen und -formen. Zu uns gehören Menschen mit ihren eigenen Glaubensgeschichten. In der Gemeinde leben Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Wir verstehen die Vielfalt als eine Bereicherung unseres Gemeindelebens.
Wir erleben im Gottesdienst Gottes Wort als Wegweiser und erfahren unsere Zusammengehörigkeit. Wir geben den Glauben an unsere Kinder und Jugendlichen weiter. Wir feiern gerne Gottesdienste in besonderer Form.
Wir sind eine einladende Gemeinde. Die Gemeinde lebt davon, dass Menschen bereit sind, sich zum Wohl des Nächsten und der Gemeinschaft mit ihren Erfahrungen und Begabungen einzubringen. Wir verstehen es als Aufgabe der Gemeinschaft, die Vielfalt zu pflegen, zu fördern und menschlich zusammen zu führen. Wir nehmen es als Herausforderung an, dass immer mehr Menschen in unserer Gemeinde immer weniger christlich geprägt sind. Wir stehen im Gespräch mit anderen Christen und mit Nicht-Christen.
Wir begleiten unsere Gemeindemitglieder und nehmen ihre Bedürfnisse ernst. Gottes Liebe wird sichtbar
- wo wir uns gemeinsam als Menschen vor Gott wahrnehmen,
- wo wir Freude weitergeben, die Menschen aus der Einsamkeit holen und einen Raum für Begegnungen schaffen,
- wo Seelsorge stattfindet,
- wo wir uns menschlich begegnen und Freunde finden können,
- wo wir einander tragen, wo die Freude, aber auch das Leid geteilt wird und wo es möglich ist, seine eigene Meinung vertreten zu können.
Wir wissen, dass wir nicht vollkommen sind und der Vergebung durch Gott und die Menschen bedürfen. Wir vertrauen auf Gottes Geleit und öffnen uns neuen Erfahrungen. Mit unseren Kräften und Mitteln gehen wir im Interesse des zukünftigen Gemeindelebens sorgsam um.
Gedanken zum Jubiläum 50 Jahre Thomaskirche
Das Bibelwort im Grundstein der Thomaskirche steht in Eph 3,20-21:
„Dem aber, der überschwenglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen“
Die Thomaskirche wurde 1960 erbaut und stellt eines der ersten sogenannten multifunktionalen Gemeindehäuser dar. Unten unterschiedliche Räume für die Gruppenarbeit. Oben ein höchst variabler Raum, ohne Kirchenbänke, mit vielen leicht zu öffnenden Türen. Selbst die Kanzel kann schnell hin und hergeschoben werden. Ziel war damals eine möglichst nüchtern-reformierte Kirche zu bauen, in der das Wort Gottes wichtiger als alle Äußerlichkeiten ist. Der Sinn dieses Gebäudes wurde von Pastor Kemper sinngemäß so beschrieben: für die je und je neue Begegnung von Gottes Wort und dem Menschen größtmöglichen Raum geben. Darum die vielen unterschiedlichen Möglichkeiten der Raumnutzung.
Als Beispiel: Die Möglichkeit, Filme vorzuführen wurde eingebaut. Moderne Medien sollten die Auseinandersetzung zwischen dem Anspruch Gottes und den Themen der Zeit befördern.
Mit all dem bildet das Gebäude etwas ab, das im Stadtviertel bei den Menschen bereits präsent war und immer ein Thema ihrer Geschichte und Auseinandersetzung darstellte: Ein Gegenüber zu der mobilen Gesellschaft. Nach dem Krieg war die Gemeinde aus der Matthäigemeinde heraus entstanden - zum großen Teil durch erzwungene Mobilität, durch Krieg und Vertreibung. Die evangelischen Ostpreußen, Pommerschen und Schlesier kamen hierher und fanden Arbeit und eine neue Heimat. Heute treffen wir Seelsorger immer mehr Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern in unserem Viertel, das von mehreren vierspurigen Straßen geteilt wird, keine zehn Minuten vom Flughafen weg ist. Menschen unterschiedlicher Heimatorte, Interessen, Generationen kommen und kamen hier zusammen.
Das ist für uns Chance und Herausforderung zugleich: Das offene Haus als Gegenüber zu den vielen Unterschiedlichen. Unterschiedliche Menschen, Interessen und Generationen zusammenbringen heißt ja nicht: Oberflächliche Gemütlichkeit, sondern durchaus ein, sagen wir, gegenseitiges Lernen und stetes Aufbrechen und Grenzen überwinden.
Rückblick:
In den siebziger Jahren erreichte die Thomaskirche ihre größte Wirkung, als mit den Beatmessen und der Nicaragua-Hilfe moderne Gottesdienstformen und politisches Engagement zusammenkamen. Bis heute hat die Thomaskirche aus dieser Zeit den Ruf eine innovative Gemeinde zu sein. Tommis Laden hat seine Wurzeln in dieser Zeit. Damals wurde in den Sommerferien die Bibliothek ausgeräumt und Nicaragua-Kaffee eingelagert. Tommis Laden gibt es seit nunmehr 35 Jahren und bekommt nun mit der Zusammenarbeit im zentrum plus eine bauliche Renovierung.
Ebenfalls in dieser Zeit wurde der Stieglitztreff aufgebaut, ein zweites Gemeindezentrum in der Nachbarschaft der damaligen Schwitzke-Werke. 1994 wurde dieses zweite Gemeindezentrum aus Kostengründen geschlossen, die Arbeit in die Thomaskirche verlagert.
Erwachsenenbildung war immer ein Thema: Im Thomasforum konnte man sich über aktuelle Themen informieren und aussprechen. Die Kontakte zu den Partnergemeinden Altfriedland (Brandenburg) und Aranos in Namibia werden bis heute gepflegt. Die Musik zum Lob Gottes hat in der Gemeinde von Anfang an einen hohen Stellenwert gehabt: Beatmessen. Bachkantaten. Mozart-. Haydn-, Schubertmessen. Kinderopern und Gospelsongs.
Erwähnt werden muß noch das in diesem Jahr 20 Jahre alte "Gemeinsame Mittagessen". eine schöne gesellige Veranstaltung. die unsere Diakonin zur Überwindung der Einsamkeit nicht nur für Senioren ins Leben gerufen hat und mit ihren Helferinnen regelmäßig und arbeitsaufwändig durchführt. Eine große Tradition stellen die Jugendfreizeiten dar. Viele erinnern sich gerne an die Fahrten auf den Plattbodenschiffen auf dem Ijsselmeer.
Zum Guten, das die Thomaskirche in den neunziger Jahren hervorgebracht hat gehört das Andachtsbuch "Worte. die tragen." Darin bezeugten einige Gemeindeglieder schlicht und glaubwürdig. was einzelne Bibelworte für ihr Leben bedeuten. Es sind nicht nur Pfarrer. die eine Gemeinde prägen! Ebenfalls in den neunziger Jahren wurden als erster Kirche in Düsseldorf Sonnenkollektoren auf das Kirchendach gesetzt. Die Thomaskirche hatte viele engagierte haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, teilweise hervorragende, teils konträre Pfarrertypen. Verlässliche Seelsorge war in allen Arbeitsbereichen wichtig.
In den Nuller-Jahren wurde das Sommerhotel Habicht aufgebaut, der Treff am Turm wieder belebt und die Partnerschaftsarbeit vorangetrieben.
So ein Rückblick kann nicht vollständig sein. Eine Ausgabe des Gemeindebriefs wollen wir dem Jubiläum widmen und bitten alle, die noch Fotos oder Anekdoten zur Geschichte der Gemeinde
Was feiern wir eigentlich?
Es gibt viel im Rückblick zu feiern, aber mit dem, was unser Gebäude verkörpert feiern wir eher die Zukunft! Der Bau der Thomaskirche legt in seiner Anlage seinen Schwerpunkt auf die Kommunikation der Menschen untereinander. Das Gegenüber in Gott ist z.B. durch Kreuz und Altarraum präsent, aber nicht dominant. Die Vielfalt der möglichen Organisationsformen menschlichen Miteinanders will genutzt werden. Wir feiern die Offenheit unseres Hauses. Die Aufbrüche und neuen Wege, die es ermöglicht, die Begegnungen und die Freiräume, die es bietet.
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